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Der Clearskies Bergschuh Ratgeber für deine Bergreise

WENN DER SCHUH DRÜCKT -

Eine kleine Bergschuhkunde für Wanderer, Trekker & Expeditionsteilnehmer

 

„FÜR SCHUHE UND MENSCHEN GILT DAS GLEICHE:

TUN SIE WEH, PASSEN SIE NICHT.“
 Unbekannt

 

Viele Sprichwörter und Weisheiten gibt es, die den Schuh als Metapher für verschiedene Lebenssituationen verwenden. Kein Wunder! Unsere Füße bringen uns von A nach B und sind ein riesiges Geflecht von Reflexzonen und Nerven. Jeden Tag meisterst du zwischen 6000-9000 Schritte und umrunden somit im Lauf eines Lebens bis zu ganze dreimal die Erde.
 
Bei den Berg- und Trekkingreisen von Clearskies dreht sich natürlich alles um das Gehen, das Wandern, das Bergsteigen. Ein großes Merkmal, was uns von vielen anderen Veranstaltern abhebt, ist die Tatsache, dass unsere Reisen bewusst so gestaltet sind, dass 80% der Reisetage Trekkingtage sind, nur 20% sind Fahrtage.
 
Es erklärt sich von selbst, dass wir also einen Beitrag in unserem Magazin dem wichtigen Thema „Trekking-/Bergschuh“ widmen. Immer wieder fragen uns Mitreisende, welcher Schuh bei welcher Tour ausreicht oder welche Eigenschaften er haben muss, speziell bei Hochtouren bzw. Expeditionen.  

In diesem Beitrag erfährst du: 

 

Der wichtigste Grundsatz: Der Schuh muss zu deinem Fuß passen

Das Thema Bergschuh ist natürlich sehr individuell. Viele einzelne Komponenten tragen schließlich dazu bei, ob ein Schuh sich bewährt oder die Tour zu einer „Tortur“ wird.

Nichts ist hierbei wichtiger, als dass der Schuh zum eigenen Fuß passt und es ermöglicht viele Stunden in unwegsamen Geländen oder auf wechselnden Untergründen zu gehen.

Ob online oder im Fachgeschäft – probiere am besten den Schuh mit unterschiedlichen Socken und gehe im Schuh auf und ab, auch mal auf einem Untergrund mit etwas Gefälle. Spüre genau, wo es drückt, ob Reibung besteht und ob dein großer Zeh beim abwärts gehen vorn ansteht. Du solltest immer etwas Luft haben, so dass der Fuß Halt hat, aber nicht direkt innen an den Schuhwänden ansteht. 

 Tipp zur Anprobe von Bergschuhen:
Der Schuh sollte groß genug gewählt werden, so dass er auch mit einem zweiten Paar Socken nicht zu eng anliegt. Wichtig für die Anprobe: eher nachmittags, denn da sind die Füße durchblutet und etwas dicker, was dem Zustand bei Bergwanderungen nahekommt!

 


Bergschuh Kriterien für die richtige Wahl 


Was bedeuten A, B, C und D?

Traditionell hat man Wander- und Bergschuhe in eine Einteilung mit Kategorie A-D unterschieden. Diese bezieht sich als Hauptkriterium auf die Torsionssteifigkeit, also die Flexibilität bzw. Biegsamkeit der Sohle.

Das ist sehr entscheidend für das Gehverhalten und den Komfort je nach Untergrund oder Verwendung. Je steifer die Sohle, desto mehr Halt und Stabilität gibt der Schuh, was natürlich bei Trekking- und Bergtouren, so wie wir sie anbieten, wichtig ist.

Weitere wichtige Kriterien bei der Wahl des richtigen Bergschuhs

Ergänzend dazu kommen jedoch einige wichtige Eigenschaften eines Outdoorschuhs wie etwa die Höhe und Beweglichkeit des Schafts, persönliche Merkmale des/der Schuhträgers/in wie etwa die Trittsicherheit, die individuelle Physiologie oder das Gewicht des mitgeführten Gepäcks, was besonders bei unseren mehrtägigen Trekking-Reisen ein wichtiges Thema ist.

Wie wichtig ist das Gewicht von einem Bergschuh? 

In den letzten Jahren hat sich das Gewicht als Kriterium im Sportbereich immer mehr in den Vordergrund bewegt. Das mag in einigen Fällen durchaus Sinn machen, bei Trekkingschuhen kann diese allerdings täuschen. Warum? Nun ja, ein klassischer Trek-Light-Schuh mit Lederschaft der Kategorie A/B kann mehr wiegen als ein alpiner Kletterschuh der Kategorie C. Das Schaftmaterial von Kletterschuhen hat oft einen hohen Anteil an Synthetik (leichter als Leder) und ihre Sohle ist zwar sehr steif, aber auch sehr dünn (und weniger gedämpft). Das Gewicht sollte also bei Bergschuhen eher eine untergeordnete Komponente bei der Entscheidung darstellen.

 

Übersicht: Welcher Bergschuh passt zu welcher Reise? 


Zudem haben wir hier folgend für dich eine Übersicht erstellt, wo du gut erkennst, welcher Schuh welche Eigenschaften mitbringt und für unsere Touren passend ist. Die Kategorien dienen lediglich als Hilfestellung, manche Schuhmodelle überschneiden auch mehrere Kategorien – entscheidend ist letztlich, ob man sich im hochalpinen, im normalen Trekkinggelände oder auf Spazierwegen aufhält.

 

Kategorie A – Zustiegsschuhe

Kategorie A Zustiegsschuhe

Gelände:
Gute Wege, Steige

Einsatzbereich:
Für die Anreise, in den Lagern (als Zweitschuh)

Clearskies Tour:
Wanderreise am Trans-Bhutan Trail,
Wanderreise durch Armenien

Schuh Beispiele:
Scarpa Mescalito GTX
La Sportiva TX4
Hanwag Kaduro Light GTX

Kategorie B/C – Trekkingschuhe

Kategorie B/C Trekkingschuhe

Gelände:
Steige, kleine Pfade, Trails, Geröll, Klettersteig

Einsatzbereich:
Leichte Wanderungen bis mittelschweren Trekkingtouren

Clearskies Tour:
Manaslu Umrundung,
Trekking Reisen in Kirgistan

Schuh Beispiele:
Scarpa ZG Trek GTX
Lowa Renegade GTX Mid
Hanwag Macra Trek GTX

Kategorie C – Bergschuhe

Kategorie C Bergschuhe

Gelände:
Felsiges Gelände, Trails, Geröll, Klettersteig

Einsatzbereich:
Mittelschwere Trekkingtouren mit höheren Gipfeln ohne Gletscher

Clearskies Tour:
Kilimanjaro Besteigungen,
Mount Everest Basislager Trekking,
Besteigung des Ararat (5137m)

Schuh Beispiele:
Scarpa Ribelle HD
La Sportiva Aequilibrium GTX
Hanwag Macra Pro GTX

Kategorie D – Steigeisenfeste Bergschuhe

Kategorie D Bergschuhe

Gelände:
Felsiges Hochgebirge, Geröll, Gletscher

Einsatzbereich:
Hochtourenkurse, hochalpine Westalpentouren

Clearskies Tour:
Besteigung des Acotango (6052m),
Annapurna Umrundung mit Besteigung des Chulu Far-East (6059m)

Schuh Beispiele:
Scarpa Mont Blanc GTX
Hanwag Sirius
La Sportiva Nepal Cube GTX

Winter-Bergschuhe

6000er Bergschuhe

Gelände:
Hochgebirge im Winter, Gletscher

Einsatzbereich:
Hochtouren und Besteigungen bis über 5000 m, Gletscherbesteigungen im Hochgebirge, auch im Winter

Clearskies Tour:
Besteigung des Acotango (6052m),
Annapurna Umrundung mit Besteigung des Chulu Far-East (6059m),
Trekking auf Inka Pfaden durch Peru und Bolivien

Schuh Beispiele:
Scarpa Phantom Tech HD
La Sportiva G-Tech

6000er-Bergschuhe

6000er Bergschuhe

Gelände:
Besteigungen auf über 7000m

Einsatzbereich:
Anspruchsvolle Hochtouren und Besteigungen bis 7000 m, zum Beispiel im Himalaya oder in den Anden

Clearskies Tour:
Die höchsten Gipfel von Bolivien, Expedition Aconcagua (6962m) Polentraverse, Expedition Pik Lenin (7134m), Expeditionen in Nepal: Himlung Himal (7126m), Mera Peak (6476m), Lobuche East (6119m)

Schuh Beispiele:
Scarpa Phantom 6000 HD 
La Sportiva G2 Evo 

 

 

Expeditionsschuhe mieten statt kaufen

 
Du gehst deine erste Expedition, hast keinen passenden Expeditionsschuh und möchtest nicht direkt viel Geld ausgeben für einen neuen Schuh?
Wir geben dir die Möglichkeit einen hochwertigen passenden Schuh für deine Tour bei uns auszuleihen. Wir haben eine kleines Depot an verschiedenen Größen verfügbar.

 

 

Einen Expeditionsschuh empfehlen wir für unsere 6.000er Besteigungen und für Expeditionen. Zum Beispiel: Die höchsten Gipfel von Bolivien, Everest Höhenwege Trek mit Island Peak Besteigung (6189m), Expedition Aconcagua (6962m) Polentraverse, Expedition Pik Lenin (7134m).

 

Zusätzliche Schuhe für Trekkingreisen: Welche brauchst du noch?


Generell ist zu sagen, dass du bei unseren Trekking- und Bergreisen immer neben dem eigentlichen Bergschuh noch 1-2 zusätzliche Schuhe benötigst. Für die „Kultur – oder Städtetage“ eignet sich leichtes Schuhwerk (Freizeit-/Turnschuh), bei einigen Reisen durchquert man auch mal Flüsse, feuchtes Sumpfgelände oder bewegt sich im Wüstensand. In solchen Fällen bieten sich zusätzlich geschlossene stabile Sandalen an. D.h. in Summe wirst du immer einen Mix von 2-3 Schuhen mitnehmen müssen. Empfehlungen unsererseits dazu findest du auf der Ausrüstungsliste in unseren Detailprogrammen, die wir als Download unter der jeweiligen Reise zur Verfügung stellen.

 

"FAUSTREGEL FÜR WANDERSCHUHE UND BERGSTIEFEL:

JE ANSPRUCHSVOLLER DAS GELÄNDE, DESTO STEIFER SOLLTE DIE SOHLE SEIN."
Patrick Wolf, Hanwag Vertrieb Deutschland

 

FAQ: Häufige Fragen unserer Kunden zum Thema Bergschuhe.

 
Wir haben die häufigsten Fragen unserer Kunden für euch gesammelt und unseren Bergschuh-Spezialisten Hannes dazu befragt. Hier findet ihr die Antworten:

 

 

Ich habe das Annapurna Trekking auf einsamen Pfaden in Nepal gebucht – welche Kategorie würdet ihr hier empfehlen?

Hannes: Die Wahl des Bergschuhs kommt immer auf das Gebiet und den Trek an. Bei dem Annapurna Trekking auf einsamen Pfaden wanderst du auf durchwegs guten, ausgetretenen Pfaden, die allerdings ab und an steinig sein können. Du solltest gute, bequeme Wanderschuhe haben, mit denen du dem Programm entsprechend 6 bis 8 Stunden am Tag wandern kannst. Die Schuhe sollten auch wasserdicht sein. Du benötigst jedenfalls keine Steigeisen-festen Schuhe. Die Wanderschuhe sollten über den Knöchel reichen. Schuhe der Klasse B reichen definitiv aus. Gerne geben wir bei der Buchung Hinweise zu den unterschiedlichen Gegebenheiten.

Wann benötige ich spezielle 6000er-Bergschuhe und wann reichen normale Hochtourenschuhe?

Hannes: In jedem Fall ist es wichtig, dass die Bergschuhe warm genug sind. Am Island Peak kann man zum Beispiel mit Temperaturen zwischen –10° bis –15°C rechnen, am Mera Peak und auch bei den 6000er Besteigungen in Südamerika kann es sogar nochmal kälter werden. Das mögliche Spektrum geht von warmen Alpenbergschuhen (Scarpa Phantom Tech HD) bis hin zu 6000er Schuhen wie den Scarpa Phantom 6000 HD. Diese Schuhe wird man im Laufe der Tour am Island Peak selbst, bei den Passquerungen und bei den Besteigungen der 3 Aussichts-5000er anziehen. Wichtig ist jedenfalls, dass der Schuh warm genug ist, ansonsten riskierst du Erfrierungen. Die meisten restlichen Etappen können sehr gut auch mit Zustieg-Schuhen (Klasse A) oder leichteren Trekkingschuhen (Klasse B-C) gemacht werden.

Benötige ich für die Nepal Reise "Renjo La nach Gokyo" steigeisenfeste Schuhe?

Hannes: Das kommt auch wieder auf die Reise an. Nehmen wir mal die Nepal-Reise "Renjo La nach Gokyo". Bei dieser Tour rate ich, die schweren Bergschuhe und eventuell auch die Steigeisen (bzw. Grödeln/Snowspikes) mitzunehmen. Die Bergschuhe sind bei den Passquerungen und Gipfelbesteigungen ganz angenehm, vor allem die Pässe können schottrig sein, da sind feste Schuhe sehr angenehm. Auch können die Pässe vereist sein (z.B. Renjo La im schattenseitigen Aufstieg) bzw. ist die Rückseite des Cho La (bei dem Mount Everest Basislager Trekking) nach wie vor vergletschert. Der Gletscher ist zwar flach, spaltenlos und meistens sehr gut gespurt (90% gehen ohne Steigeisen drüber), ich habe es aber schon selbst ganz blank erlebt und damals war die Hälfte der Gruppe sehr froh über die Steigeisen. Wenn du dir bei deiner Reise unsicher bist frag gern nochmal bei uns nach.

Benötige ich bei Hochtouren steigeisentaugliche Bergschuhe?

Hannes: Während man im Alpenraum mit bedingt steigeisenfesten Schuhen (B/C) auch die eine oder andere LEICHTE Hochtour im Sommer absolvieren kann – kommen diese Schuhe bei einer Winterbesteigung, einer hochalpinen Westalpentour oder einer „Trekkingtour“ auf 6000m von der Isolierung und Wärmeleistung her rasch an ihre Grenzen. Viele 6000er Gipfel - natürlich auch im Himalaya - sind teilweise sehr „kalt“ und wer den Gipfel auch bei etwas schlechterem Wetter (Wind – „Windchill“) erreichen möchte und vor allem auch keine Erfrierungen riskieren möchte, der braucht entsprechend gute und warme Schuhe! Für den Lobuche East oder auch Mera Peak empfehlen wir für die Gipfelbesteigung einen Expeditions-Bergschuh bez. Steigeisenfesten Winter-Bergschuh (zB. Scarpa Phantom 6000) In der Bergschuh-Kategorie (A-D) liegen diese Schuhe oberhalb von D.

Auf der Ausrüstungsliste für die „Ruwenzori Besteigung“ habe ich gelesen, dass man Gummistiefel braucht. Ist das wirklich notwendig?

Hannes: Eine der größten Herausforderungen der Tour ist nicht die Gipfeletappe, sondern das feuchte und dadurch rutschige Gelände im Laufe der Tage vor und nach der Gipfeletappe. Wir bewegen uns im „vegetationsreichsten Gebiet“ der Welt, und müssen ständig über nasse Steine, Felsen und durch Sümpfe steigen. Die Sümpfe sind mittlerweile auf hölzernen Stegen Großteils gut passierbar aber wir empfehlen die Mitnahme von GUTEN Gummistiefeln. Die Erfahrung hat gezeigt, dass man bis auf die Gipfeletappe schlussendlich fast die gesamte Tour mit Gummistiefeln geht. Das funktioniert auch viel besser, als es jetzt vielleicht klingen mag, auch ist das Schwitzen in den Stiefeln kein wirkliches Problem. Durch die weiche Gummisohle hat man auf den nassen Felsen auch einen viel besseren Halt als mit Bergschuhen. Hier haben sich gute Jäger-Stiefel bewährt, bei Bedarf können wir Tipps zu entsprechenden Marken geben.

 

Welcher Bergschuh passt zu Deiner Reise?

Die Wahl des richtigen Schuhs kann entscheidend dafür sein, wie angenehm und sicher du deine Trekking- oder Bergreise erlebst. Wenn du dir unsicher bist, welcher Schuh für deine geplante Tour am besten geeignet ist, unterstützen wir dich gerne mit unserer Erfahrung.

Zusätzlich findest du in unseren Detailprogrammen konkrete Empfehlungen zur benötigten Ausrüstung.

→ Jetzt Kontakt aufnehmen

CLEARSKIES Expeditionen & Trekking
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